Nie wieder Brille

Die halbe Menschheit braucht eine Brille, schreibt die Welt heute.

Herr Hömme immer mit iPad und - bis 2015 - immer mit Brille
Herr Hömme immer mit iPad und – bis 2015 – immer mit Brille

In 35 Jahren wird jeder zweite Mensch weltweit kurzsichtig sein, warnen Wissenschaftler in einer jüngsten Studie. Eine Milliarde könnte im Jahr 2050 sogar nahezu blind sein. Die Zahlen steigen drastisch: Waren vor 15 Jahren noch 23 Prozent der Weltbevölkerung kurzsichtig – 1,4 Milliarden Menschen – werden 2050 4,76 Milliarden betroffen sein.
An der global grassierenden Sehschwäche sind Umweltfaktoren ebenso Schuld wie drastische Veränderungen des Lebensumstände: „Weniger Zeit draußen, mehr Aktivitäten dicht vor unserer Nase“, fassen die Studienautoren vom Brien Holden Vision Institut, der Universität in New South Wales Australia und vom Eye Research Institute in Singapur ihren Befund im Fachmagazin „Ophtalmology“ zusammen. Zwar könnten auch genetische Gründe eine Rolle spielen, doch könnten sie nicht den so starken Aufwärtstrend erklären.

Kurzsichtigkeit (Myopie) ist Folge eines zu starken Längenwachstums des Augapfels vor allem zwischen dem sechsten und 18. Lebensjahr.

So weit der heutige Artikel in der Welt. Bei mir wuchs offensichtlich auch der Augapfel frühzeitig in die Länge, denn nach der Einschulung stellte ich fest, dass ich nichts von dem lesen konnte, was die Lehrer an die Tafel schrieben.

Also bekam ich eine dicke Hornbrille verpasst, die mir schnell Spitznamen wie „Herr Professor“ einbrachte. Auch nach dem 18 Lebensjahr wurden meine Augen wurden kontinuierlich schlechter, bis sich die Dioptrinzahl auf mehr als -6 einpendelte.

Die große Brille wäre jetzt fast wieder modern
Die große Brille wäre jetzt fast wieder modern

Immer wieder versuchte ich vergeblich, mit Kontaktlinsen zurecht zu kommen, denn wirklich glücklich war ich nie meiner Brille.

Vor einigen Jahren begann dann die sogenannte Alterssichtigkeit und ich bekam immer größere Probleme, bei unterschiedlichen Lichtverhältnissen lesen zu können. Da ich fast den ganzen Tag auf unterschiedliche Displays in unterschiedlicher Entfernung schaue, hätte ich unentwegt die Brille wechseln müssen. Eine Brille für die Ferne, eine Lesebrille, dann noch eine für die mittlere Entfernung – es machte mich wahnsinnig.

Ich erkannte, dass ich ein echtes Problem hatte, für dass ich eine Lösung finden musste. 10 Jahre zuvor wollte ich meine Augen lasern lassen, das war leider nicht möglich, da meine Hornhaut dafür zu dünn ist. Bei meinen Recherchen stieß ich auf einen Focus-Artikel, in dem über eine Linsenimplantation berichtet wurde und über eine Münchner Augenärztin, die diese OP durchführt.

Bildschirmfoto 2016-02-07 um 13.20.13

Nach gründlichen Voruntersuchungen bestätigte mir Frau Dr. Frieling-Reuss, dass dieser Eingriff bei mir möglich sei und gegen den Rat aller Freunde, mit denen ich darüber sprach, entschloss ich mich zu dieser OP. Nach unserem Urlaub war dann am 27. Mai 2015 das rechte Auge dran. Durch meine Hornhautverkrümmung war keineswegs sicher, dass die Fehlsichtigkeit zu 100 % korrigiert werden konnte. Ich musste damit rechnen, dass ich auch später noch eine Brille benötigen würde.

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Darf ich vorstellen: das ist Lisa, meine neue Linse

Die erste OP war optimal verlaufen und nach einem Monat wurde der Spaß auf der linken Seite wiederholt.

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Um das ganze etwas abzukürzen: nach mehr als 45 Jahren als Brillenträger kann ich es immer noch nicht richtig fassen, dass ich nun keine Brille mehr benötige. Nicht einmal die Alterssichtigkeit oder der graue Star wird für mich ein Thema werden. Für mich ist es ein völlig neues Lebensgefühl, nicht mehr auf eine Brille angewiesen zu sein.

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