Marathon München 2016

8 Jahre lang bin ich keinen Marathon gelaufen – irgendwann im Frühjahr beschloss ich, dass es nun wieder an der Zeit sei und am 6. Juni habe ich mich dann tatsächlich angemeldet. Ich wollte einmal nach dem sehr ambitionierten Plan von Peter Greif trainieren, wohl wissend, dass der ausschließlich für Athleten unter 55 Jahren geschrieben wurde und dass es schwierig ist, diesen Plan umzusetzen, wenn man außer laufen auch noch andere Interessen und Verpflichtungen hat.

Das Training verlief jedoch sehr gut, ich fühlte mich sehr gut vorbereitet und freute mich auf den großen Tag.

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Ca. eine Woche vorher war das Wetter vom schönsten Spätsommer auf kalten Herbst umgeschlagen und so gestaltete sich die Kleiderfrage als ziemlich schwierig. Entgegen aller Vorhersagen hatten wir am Renntag ideales Laufwetter mit durchgehendem Sonnenschein.

Im letzten Jahr lief ich den Halbmarathon. Der startet mittags in der Nähe der U-Bahn Richard-Strauß-Straße. Dort war es damals affenkalt und das Warten auf den Start war nervig. Der Marathon hingegen startet am Coubertinplatz und wenn es ungemütlich und kalt gewesen wäre, hätte man in die Olympiahalle gehen können, wo die Marathon-Messe stattfand. Das war aber nicht nötig, weil von Anfang an die Sonne schien.

Um Punkt 10 Uhr startete der Block A und um 10.05 Uhr ging es für mich bereits los. Für die ersten Kilometer hatte ich mir eine Pace von 4:55 min vorgenommen und an dieses Tempo habe ich mich einigermaßen gehalten.

marathon2Bei Kilometer 5 am Siegestor war die erste Wende: die 10-km-Läufer traten hier bereits den Rückweg an und für die Marathonis ging es in Richtung Englischer Garten.

Nach 48 Minuten hatte ich bereits Kilometer 10 erreicht. Nun kam ein langer Abschnitt Englischer Garten, in den um diese Uhrzeit noch nicht besonders viele Zuschauer gekommen waren.

unbenanntNach der Halbmarathonmarke freute ich mich auf die 2. Hälfte mit der Innenstadt und den vielen Sehenswürdigkeiten. Bis ich aber endlich die Rosenheimer Straße erreicht hatte, ließ meine Euphorie doch schon etwas nach. Endlich war das Deutsche Museum erreicht. Und dann entdeckte ich dieses Paar: (siehe Foto)

Ihr habt recht, dachte ich, umkehren ist jetzt wirklich keine Option mehr, also weiter!

Der KM 30 war mit 4:42 mein schnellster Kilometer. Bis hierhin war ich genau 4 Minuten schneller, als geplant. Es beschlich mich aber bereits hier die Vorahnung, dass ich dieses Tempo nicht halten konnte.

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Am Odeonsplatz habe ich wieder meine Crew abgeklatscht (ein großes Dankeschön nochmal an meine Unterstützer), danach ging es über den Karolinenplatz. Hier kamen uns die schnelleren Läufer entgegen. Als  ich den Zugläufer für die Zielzeit von 3:15 sah, hatte ich die wahnwitzige Idee, jetzt so lange Gas zu geben, bis ich diesen eingeholt hatte. Bis ich den Königsplatz erreicht hatte, war endgültig klar, dass es mit dem „Gas geben“ wohl nicht mehr klappen würde. Für den Kilometer 36 brauchte ich bereits 5 Minuten 24.

Nun musste ich einige Gehpausen einlegen. Für den KM 40 brauchte ich fast 7 Minuten. Der Zugläufer für die Zielzeit von 3:30 hatte mich bereits überholt. Er sang aus voller Kehle, aber ich hatte keine Chance, an ihm dranzubleiben.

Mindestens 5 – 10 Minuten habe ich mit diesen Gehpausen verplempert. Damit war meine anvisierte Zielzeit perdu. In meinen ganz verwegenen Träumen hatte ich mir sogar eine Zielzeit von 3:20 ausgemalt, das wäre meine persönliche Bestzeit gewesen. Aus, vorbei, es ging leider nichts mehr.

Irgendwie hatte ich dann doch das Marathon-Tor erreicht.

Letzte Stadionrunde – erstaunlich, wie lang 300 Meter sein können und nach 3 Stunden und knapp 34 Minuten war ich tatsächlich im Ziel.

unbenanntImmerhin nach Regensburg 2002 und München 2008 war das mein drittbestes Marathon-Ergebnis.

Spitzenläufer werden für den München-Marathon nicht verpflichtet. Deshalb können die Siegerzeiten auch nicht mit denen von Berlin mithalten. Gesamtsieger war Oliver Herrmann mit einer Zeit von 2:27,12 und Siegerin Latifa Schuster aus Frankreich mit 2:56,20. Über 20.000 Läufer waren insgesamt dabei, mehr als 6.000 davon starteten über die Marathon-Distanz. Davon kamen 4.882 ins Ziel. (Ein „DNF“ in der Ergebnisliste war mein worst-case-Szenario, was auf keinen Fall passieren durfte: DNF = did not finish – dann schon lieber Gehpausen einlegen und etwas später ins Ziel einlaufen)

Ein unvergesslicher Tag! Vielen Dank an die Veranstalter und die vielen Helfer.

 

 

 

 

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